Mein “Ohr” zur Welt Der Empfang von Rundfunkstationen und anderen Funkdiensten auf den Frequenzen unterhalb 30 MHz ist trotz Internet, Internetradio und tausenden Satellitensendern ein faszinierendes Hobby. Aber mehr als ein Hobby ist es auf mitteleuropäische Verhältnisse gesehen auch nicht. Zur ernsthaften, schnellen, sowie umfassenden Informationsbeschaffung dient unumstritten das Internet, sowie das Fernsehen. Vielmehr ist es die Herausforderung, sich mit der Technik und den Ausbreitungsbedingungen auf der Kurzwelle zu beschäftigen, was den besonderen Reiz an dieser Freizeitbeschäftigung ausmacht. Wer einmal der „Faszination“ Kurzwelle erlegen ist, den wird dieses Thema für immer fesseln. Prinzipiell kann man sagen, dass es zwei Typen von Hörern gibt: den Programmhörer der gezielt und regelmäßig bestimmte Sender hört und den DX-er der ständig auf der “Jagd” nach neuen Stationen ist. Die ersten „Erfahrungen“ mit diesem Medium wird Mancher eher durch Zufall oder Neugier gemacht haben, indem er probiert hat, was da so kommt auf „MW, LW, KW“. Fast jedes Radio hat ein Mittelwellenteil eingebaut, welches in den Abend- und Nachtstunden eine Menge an in- und ausländischen Stationen zu Gehör bringt. Besser ist natürlich ein Kurzwellenteil, das über den ganzen Tag verteilt Rundfunksender, oft auch in deutscher Sprache empfängt. Leider setzt sich der Trend fort, dass immer weniger Rundfunksender unterhalb 30 MHz senden. In den letzten Jahren wurden zahlreiche Sendeanlagen abgerissen. Der Rundfunk auf KW, MW, LW gehört quasi der Geschichte an. Für ernsthaftere Empfangsversuche empfiehlt sich die Anschaffung eines Weltempfängers. Dabei sollte man Geräte von Discountern und Kaffeeröstern meiden. Es gibt zahlreiche Händler, die auf dieses Gebiet spezialisiert sind und nur wirklich brauchbare Empfänger anbieten. Preisliche Grenzen nach oben gibt es hierbei nicht. Mittlerweile gibt es sehr preisgünstige Empfänger mit technischen Eigenschaften, von denen wir vor einigen Jahren nur geträumt hätten. Möglich macht dies der Einsatz hochintegrierter DSP-Technik. Ein gutes Einsteigergerät ist z.B. der Tecsun Pl-380 bzw. 390, einfach zu bedienen, viele externe Anschlüsse, sowie ein durchgehender Frequenzbereich von 150 KHz bis 21 MHz. Wer SSB-Empfang wünscht, denn der größte Teil des Kurzwellenbereiches wird von anderen Funkdiensten, wie dem Amateurfunk genutzt, diese senden in SSB, sollte sich den relativ neuen Tecsun PL-880 einmal ansehen. Ob der Kauf eines teureren analogen Radios noch sinnvoll ist muss jeder selbst abwägen: Fakt ist, dass immer weniger Rundfunkstationen unterhalb 30 MHz senden, ebenso ist der Sendeverkehr von sogenannten Utility-Stationen zu großen Teilen digital. Dazu braucht man spezielle Empfangshardware. Ebenso sind die Ausstrahlungen von Radiosendern im DRM-Modus nur mit extra Geräten hörbar. Deshalb ist ein preiswerter Empfänger wie der PL-390 vollkommen ausreichend. Wer es ganz “analog” mag, der sollte Ausschau nach einem Tecsun PL-350 DL halten. Der Empfänger arbeitet ohne PLL und DSP. Das einzig Digitale ist die Anzeige. Dafür liefert der Empfänger erstaunliche Leistungen und überbietet teilweise sogar einen dreimal so teuren Tecsun PL-660. Sogenannte „SDR“-Empfänger sind zwar relativ zukunftssicher, aber in der Anschaffung teuer und momentan an einen PC gebunden um zu funktionieren. Mit einem einfachen DVB-T-Stick und einem Konverter kann man jedoch mittlerweile sehr preiswert in den Bereich SDR einsteigen.
DG4DSL
............ über 25 Jahre Amateurfunk aus Weißnaußlitz
Der Tecsun PL-660 ist ein klassischer Weltempfänger mit allen Kurzwellenbändern. Er empfängt neben AM- auch SSB-Signale. Betrieben wird der Empfänger über mitgelieferte Akkus oder ein Netzteil. Die Empfangsleistungen sind sehr gut,wenn auch nicht überragend. Das Gerät wird vergleichsweise günstig angeboten, wobei die abgebildete “Siebel-Edition” etwas teurer ist. Wer einen grundsoliden Weltempfänger für den Einstieg sucht, ist mit dem PL-660 gut bedient.
Der Tecsun PL-390 ist ein Weltempfänger mit moderner DSP-Technik. Damit lassen sich technische Parameter erzielen, welche früher nur sehr teure Geräte erreichten. Der Empfang ist deshalb auch etwas besser als beim PL-660, aber hier eben ohne SSB. Dafür kann man UKW dank zweier Lautsprecher in Stereo hören. Die Anzeige stellt nicht nur die Signalstärke dar, sondern auch die Signalqualität. Trotz DSP-Technik arbeitet das Gerät sehr stromsparend. Auch hier lassen sich Akkus verwenden und im Gerät laden.
Wer die moderne Technik nicht mag, der sollte sich dieses Kofferradio einmal ansehen. Es arbeitet noch völlig analog. Der Lextronixs S350 DL wird unter verschiedenen Marken vertrieben. Das Radio bietet einen erstaunlich guten Empfang, nur die Frequenzstabilität lässt etwas zu wünschen übrig. Der Klang ist für ein Kofferradio sehr gut. Selbst Kurzwellensender erklingen in wohltuender Qualität.
Tecsun PL-880 Insgesamt ist der Weltempfänger nahezu tadellos verarbeitet. Die Tasten haben einen ordentlichen Druckpunkt und die Regler gehen seidenweich. Die Antenne scheint aus Edelstahl zu bestehen, das letzte Stück ist relativ dünn. Ein Ladenetzteil liegt dem Gerät nicht bei. Sicher geht Tecsun auch davon aus, dass mittlerweile jeder Haushalt genügend passende Netzteile vorrätig hat. Mein Anbieter legt erfreulicherweise eine deutsche Anleitung bei, die aber ein paar kleine Fehler aufweist. Im Prinzip ist die allgemeine Bedienung schnell erlernt, zumindest die Funktionen, welche man oft benötigt. Die installierte Firmware trägt die Nummer 8820 und scheint nicht mehr alle bekannten versteckten Funktionen zu bieten. Die Empfangsqualitäten sind nach den ersten Tests durchaus positiv zu bewerten. Radio 700 mag nun kein Maßstab sein, aber mit anderen Geräten war dieser Sender hier in Ostsachsen eher schlecht oder gar nicht hörbar. Mit dem PL-880 konnte ich den ganzen Nachmittag entspannt die Musik hören. Der Klang ist dabei als sehr angenehm und dynamisch zu bezeichnen. Auf MW und LW senden nicht mehr viele Stationen. Aber auch diese Bänder füllten sich mit Einbruch der Dunkelheit. Am Tag sind höchstens noch ein paar polnische oder tschechische Sender zu hören. Die klangliche Abstimmung des PL-880 lässt auch relativ schwache Stationen noch verständlich klingen, so zumindest mein Eindruck. Am späten Abend ging es dann in die Amateurfunkbänder. Dazu schloss ich meine Windom-Antenne an. Selbst an dieser Antenne bleibt der Empfänger ruhig und übersteuert nicht. Leider stellte sich dabei dann ein Schwachpunkt des Gerätes heraus. In SSB werden starke Stationen in den Spitzen verzerrt wiedergegeben. Hier könnte eine zu träge AGC die Ursache sein. Obwohl sich der Empfänger selbst im stark belegten 80 Meter Band wacker schlägt, verleiden die Verzerrungen den Hörgenuss. Hier muss Tecsun unbedingt nachbessern! Ein erstes Fazit: Der PL-880 ist ein empfangsstarkes Gerät mit Funktionen, die sonst nur teurere Geräte bieten. Dank der DSP-Technik mit den verschiedenen einstellbaren Bandbreiten kommt der Empfänger auch mit schwierigen Empfangsbedingungen zurecht. Für ausgesprochene Nutzer von SSB stellt sich die Frage, inwieweit die Verzerrungen tolerierbar sind. Wer dann seinen Ohren nach einer Nacht am PL- 880 mal wieder was Gutes angedeihen lassen will, der hat dann sogar noch ein gutes UKW-Radio vor sich ...................
Tecsun PL-880
Tecsun PL-660
Tecsun PL-390
Lextronixs S350 DL
Sangean DAR-101
Tecsun AN-200
Ein aus meiner Sicht sinnvolles Zubehör für die Wellenjagd, ein digitales Aufzeichnungsgerät Sangean DAR-101. Im Prinzip ersetzt dieses Gerät den früher üblichen Kassettenrekorder. Die Aufnahmen lassen sich manuell oder zeitgesteuert starten. Es lässt sich aber auch einstellen, dass die Aufnahme bei Anliegen eines Audiosignals erfolgt. Das kann man beispielsweise nutzen, um in Abwesenheit einen Funkkanal zu überwachen und später abzuhören. Natürlich sind noch zwei Mikrofone eingebaut und per Adapter lassen sich Telefongespräche mitschneiden. Insgesamt also ein vielseitig nutzbares Gerät. Aufgezeichnet wird in MP3 auf eine SD-Karte bis 32 GB.
Tecsun AN-200 Die Meinungen gehen auseinander, wenn es um diese Antenne geht. Ich habe sie erfolgreich zur Verbesserung des Mittelwellenempfangs eingesetzt. Die Antenne wird dazu einfach unmittelbar neben den Empfänger gestellt und an dem Regler abgestimmt.